Psychische Belastung

von Kindern und Jugendlichen

Die Pandemie dauert nun schon ein Jahr. Ein Lockdown folgt auf den anderen. Im vergangenen Jahr waren Schülerinnen und Schüler rund die Hälfte der Schultage im Fernunterricht oder im Schichtbetrieb. Es ist ein ständiges auf- und zu, eine belastende Situtation für Eltern und Lehrer*innen, aber vor allem für Kinder und Jugendliche, an denen die Kriese nicht spurlos vorüber geht (ORF.at, ZIB Spezial vom 15.03.2021).

Jugendliche werden Zeit und Unterstützung brauchen, damit die Coronakrise sich nicht negativ auf ihr Leben auswirkt.

 

 

Auswirkungen

Jugendliche klagen über emotionale schwierige Situtationen. Sie tun sich schwer, morgens aufzustehen, sich an den Computer zu setzen und am Fernunterreicht teilzunehmen bzw. von zu Hause aus zu arbeiten.

Die Zahl junger Menschen mit psychischen Störungen steigt massiv: Es werden vermehrt Depressionen sowie Schlaf- und Ess- und Angstörungen gemeldet (vgl. Paul Plener, Leiter der Kinder- und Jungendpsychiatrie am Wiener AKH, Die Zeit am 14. März 2021 und ORF.at am 15. März 2021).

Aber auch der Kontakt zu Freundinnen und Freunden ist stark eingeschränkt. Fehlende Sozialkontakte und eine fehlende Tagesstruktur führen dazu, dass Kinder- und Jugendliche emotinal viel instabiler als sonst sind.

Psycholog*innen zur Krise von Kindern und Jugendlichen

Auf Kinder- und Jugendliche wurde in der Krise weitgehen vergessen. Das Zusperren der Schulen und das Fehlen der sozialen Kontakten in dieser Krisensituation war für diese ein komplett neuer Alltag. Sie haben mitgemacht, darunter gelitten, waren aber solidarisch. Die Störungen, die bei jungen Menschen nun auftreten, sind eine normale Anpassungsreaktion auf eine massive Belastung. Die Versorgung mit Psychotherapie, Psychiatrie und klinischer Psychologie in Österreich ist mangelhaft. Es gibt keine niederschwelligen Angebote. Es braucht kostenfreie therapeutische, psychologische und ärztliche Hilfe. Fehlende soziale Kontakte können nicht aufgeholt werden, aber man kann an alte Kontakte wieder anschließen und es werden natürlich neue Kontakte geschlossen werden. (Mag.a Dr.in Caroline Culen, ORF.at am 15.03.2021)

 

 

Wie helfen?

Raum geben

Nun können wir akut wenig gegen den Mangel an niederschwelligen, professionellen Angeboten für Kinder- und Jugendliche tun. Was wir aber tun können, ist ihnen einen Raum geben, damit diese über Ihre Emotionen sprechen und ihre Befindlichkeiten mitteilen können. Was wir als Pädagogen und Pädagogen tun können: Einfach zuhören und Empathie zeigen.

Methodik

Befindlichkeitsrunde

Machen Sie mit Ihrer Klasse einen Sesselkreis. Sie müssen aber gar nicht unbedingt im Kreis sitzen, Sie können das auch in einer MS-Teams- oder Zoomsession machen. Idealerweise veranstalten Sie die Befindlichkeitsrunde für die ganze Klasse. Möchten Sie die Runde lieber live und vor Ort durchführen, wäre auch ein Abhalten in halber Klassenstärke in Ordnung.

 

Emojis

Emotionen einfach mitteilen

Legen Sie am Boden Emojikarten auf oder teilen Sie Ihren Bildschirm mit Sicht auf verschiedene Emojis. Achten Sie darauf, dass Ihre Schüler*innen eine große Auswahl an dargstellten Emotionen haben. Stellen Sie nun eine Frage: Das kann eine recht allgemeine Frage sein, "Wie gehts es euch im Moment?", "Wie geht es euch mit der aktuellen Situation?" oder auch etwas spezielleres, z.B. "Wie geht es euch mit dem Arbeiten zu Hause?". Lassen Sie ihnen nun eine Minute Zeit, um sich eine Karte auszusuchen. Die Kinder oder Jungendlichen sollten sich für eine Karte entscheiden, diese aber nicht aufnehmen. Anschließend soll jede*r Schüler*in entweder zur der Karte hingehen und den anderen zeigen, welche gewählt wurde oder online einfach sagen "Ich habe diese Karte gewählt" und mit der Whiteboardfunktion die gewählte Karte markieren. Jede*r Schüler*in darf, muss aber nicht die eigene Befindlichkeit genauer kommentieren.

 

Zuhören

Bitte achten Sie darauf, dass sich niemand unter Druck gesetzt fühlt, etwas sagen zu müssen. Wichtig ist, dass die Jugendlichen hier einen Raum vorfinden, wo sie etwas mitteilen können. In dem Moment, wo jemand spricht, sollen alle anderen nur zuhören. Nur für den Fall, dass kritische Kommentare von anderen Schüler*innen kommen, sollten Sie einschreiten und diese unterbinden.

Empathie zeigen

Mutmachende und wohlwollende Worte von Schulkollegen oder- kolleginnen dürfen natürlich sein. Achten Sie aber darauf, dass keine Diskussion daraus wird. Schon alleine durch das Zuhören zeigen wir Empathie und die jungen Menschen fühlen sich gehört.

Diese Methode kann nicht als Ersatz für eine fallweise notwendige Psychotherapie oder klinische Begleitung sein. Wir reichen damit aber jemanden die Hand und es kann helfen und unterstützen, mit einer schwierigen Situation in der Krise umzugehen.

 

Downloads

Hier finden Sie Beispiele für hilfreiche Emojikärtchen.

Emojkärchen auf Pixabay

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