Gerade im Winter kommt Bewegung im Schulalltag oft zu kurz. Im Folgenden stellen wir drei kurze Bewegungsspiele für aktive Pausen im Klassenzimmer vor. Bei allen drei Methoden stehen Kommunikation, Auffassungsgabe, Reaktionsfähigkeit und Freude an der Bewegung im Mittelpunkt.

„Alles, was man dem Kind beibringt, kann es nicht selbst herausfinden.“ (Jean Piaget, 1978, zit. nach Landlinger et al., 2021, S. 13)
Kinder haben ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Bewegung. Sie wollen hoch springen, schnell laufen, schaukeln, gleiten und rutschen, rollen, im Rhythmus tanzen und sich mit anderen messen. Bewegung ist für Kinder kein Zusatz, sondern ein zentrales Mittel, um ihre Umwelt zu entdecken und sich selbst zu erfahren. (vgl. Nickel, 1990, zit. nach Landlinger et al., 2021. S. 12)
Um diese grundlegenden Bewegungsbedürfnisse zu unterstützen, ist es sinnvoll, Kindern bereits im frühen Kindesalter die Möglichkeit zu geben, unterschiedliche Sportarten auszuprobieren und somit einen breiten “Bewegungsschatz” aufzubauen. Dazu zählen unter anderem das Ballgefühl, das Wassergefühl sowie Schlag- und Wurfgefühl. Solche grundlegenden motorischen Erfahrungen entstehen, wenn Kinder mit vielfältigen Bewegungsformen in Kontakt kommen. Koordinative Fähigkeiten entwickeln sich dabei spielerisch und altersgerecht. (vgl. Landlinger et al., 2021, S. 17).

Expert*innen empfehlen, dass jedes Kind zumindest drei grundlegende Sportarten ausüben sollte: Gerätturnen, Schwimmen und eine Ballsportart. Ergänzende Sportarten wie Skifahren, Leichtathletik, eine Kampfsportart oder ein Rückschlagspiel können diese Basis sinnvoll erweitern und zur Entwicklung vielfältiger Bewegungsmuster beitragen (vgl. Landlinger et al., 2021, S. 20).
Motorische Entwicklung entsteht dabei in der Regel nicht durch dauerhaftes Training in nur einer Sportart, sondern durch Abwechslung über einen längeren Zeitraum. Freies Spiel, zeitlich begrenzte Angebote oder wechselnde Bewegungsanreize im Alltag ermöglichen Kindern, unterschiedliche Bewegungssituationen kennenzulernen. Für die Praxis bedeutet das, regelmäßig neue Bewegungsgelegenheiten zu schaffen, unabhängig davon, ob diese im Verein, im schulischen Kontext oder außerhalb organisierter Strukturen stattfinden. (vgl. Landlinger et al., 2021, S. 20f).

Sind im Schulalltag zahlreiche unterschiedliche Bewegungs- und Sportgeräte verfügbar, werden Kinder dazu angeregt, neue Bewegungsformen auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln.
Ein Beispiel dafür ist das Öffnen der Turnhalle oder des Schulgartens während der großen Pausen. Werden den Kindern dort frei zugängliche Sportgeräte zur Verfügung gestellt, entsteht Raum für selbstbestimmte Bewegung. Dazu zählen unterschiedliche Bälle wie Fußbälle, Volleybälle, Handbälle, Tennisbälle, Jonglierbälle oder Pezzibälle. Diese laden zum freien Spiel, zum Werfen und Fangen, Dribbeln, Jonglieren und Rollen ein. Ergänzend dazu können Springschnüre, verschiedene Wurfgeräte sowie Gleichgewichtsgeräte wie Wippen, Slacklines oder Stelzen angeboten werden. Auch Rutschen, Klettergerüste, Reifen, Rollbretter sowie Rhythmus- und Musikgeräte unterstützen Kinder dabei, grundlegende Bewegungsfertigkeiten zu entwickeln. (vgl. Landlinger et al., 2021, S. 13f).
Durch ein solches vielseitiges Angebot schafft Schule Bewegungsräume, in denen Kinder eigenständig experimentieren, ihre motorischen Fähigkeiten erweitern und Freude an Bewegung entwickeln können.
Quelle: Landlinger, J., et al. (2021). Angewandte Bewegungslehre. Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Gerade im Winter kommt Bewegung im Schulalltag oft zu kurz. Darum stellen wir drei Bewegungsspiele für kurze Pausen im Klassenzimmer vor, mit denen sich diese theoretischen Überlegungen einfach in den Schulalltag integrieren lassen. Bei allen drei Methoden stehen Kommunikation, Auffassungsgabe und der Spaß an der Bewegung im Vordergrund.
Das Spiel „Simon sagt“ oder auch „Simon Says“ gehört schon zu den Klassikern. Durch die variantenreiche Anwendung kann diese Methode als Auflockerungsspiel im Schulalltag, als Muntermacher oder sogar als Lernspiel zum Erlernen neuer Vokabeln genutzt werden.
Beim „Kreis-Klatschspiel“, einem Reaktionsspiel im Sitzkreis, geht es etwas dynamischer zur Sache. Hier sind Schnelligkeit und Konzentration gefragt, um im Spiel zu bleiben und das Signal korrekt weiterzugeben.
Zum Schluss stellen wir euch ein kooperatives “Zählspiel” vor, bei dem Zahlenwissen, Merkfähigkeit und Bewegung kombiniert werden.

Das Spielprinzip ist leicht erklärt. Die Lehrkraft beschreibt eine leichte Aufgabe, wie zum Beispiel: „Steht auf!“ oder „Setzt euch am Boden.“ Doch nur wenn sie zuvor die zwei Wörter „Simon sagt“ sagt, wird die Übung auch von den Schüler*innen ausgeführt. Nennt sie diese zwei Wörter nicht, bewegen sich die Schüler*innen nicht.
Ein Beispiel: Die Schüler*innen sitzen alle auf ihren Sesseln am Platz. Die Lehrkraft sagt: „Simon sagt: Steht auf!“, alle Kinder stehen auf. Die Lehrkraft sagt: „Simon sagt: Dreht euch einmal im Kreis“, alle drehen sich im Kreis. „Legt euch am Boden.“ Keiner rührt sich. Da die Lehrkraft die Worte „Simon sagt“ nicht gesagt hat, folgen die Kinder der Bewegungsanweisung nicht und bleiben in ihrer Position.
Mögliche Anweisungen:

Variante 1 – Ausscheiden:
Jene, die einen Fehler machen und die Bewegung ausführen, obwohl die Worte „Simon sagt“ nicht genannt wurden, scheiden aus und setzen sich auf ihren Platz. Wer als Letztes übrig bleibt, gewinnt.
Variante 2 – Simon says:
Dieses Spiel kann sehr gut im Englischunterricht als Bewegungspause genutzt werden, indem die Lehrkraft die Anweisungen auf Englisch gibt, wie zum Beispiel „Simon says clap your hands!“ oder „Simon says stamp your feet!“. Sollte die Klasse in einer zweiten lebenden Fremdsprache fortgeschritten sein, kann dieses Spiel auch in jeder beliebigen anderen Sprache gespielt werden. So können neue Vokabeln geübt werden und gleichzeitig kommt die Klasse in Bewegung.

Alle Schüler*innen sitzen im Kreis und legen ihre Hände flach vor sich auf den Boden. Anschließend legt jede Person ihre Hände über die Hände der Personen links und rechts von ihr, sodass vor jeder Person zwei fremde Hände liegen. Sitzt beispielsweise Person A zwischen Person B und Person C, ergibt sich folgende Reihenfolge der Hände am Boden: A – B – C – A. Die Spielenden müssen nun besonders aufmerksam sein, welche Hand zu welcher Person gehört und wann das Signal weitergegeben wird.
Die Lehrkraft startet die Runde, indem sie mit einer flachen Hand auf den Boden klatscht. Dieses Klatschen bildet das Startsignal und wird nach rechts weitergegeben. Sobald eine Person von links ein Klatschen wahrnimmt, nimmt sie das Signal auf und gibt es weiter, Das Signal wird nicht von Person zu Person, sondern von Hand zu Hand weitergegeben. Ist eine Hand an der Reihe, klatscht die zugehörige Person mit dieser Hand flach auf den Boden. So wandert das Signal entsprechend der Handreihenfolge durch den Kreis, bis es wieder bei der Lehrkraft ankommt.
Variante 1 – Richtungswechsel:
Klatscht eine Person zweimal schnell hintereinander mit derselben Hand auf den Boden, wechselt die Richtung des Spiels. Das Klatschen wird nun in die entgegengesetzte Richtung weitergegeben. Um den Spielfluss aufrechtzuerhalten, empfiehlt es sich, die Regel einzuführen, dass kein unmittelbarer Richtungswechsel nach einem Richtungswechsel erfolgen darf.
Variante 2 – mit Ausscheiden:
Wird das Signal falsch weitergegeben, also dann geklatscht, wenn man nicht an der Reihe ist, scheidet jene Hand aus, die den Fehler gemacht hat. Die betreffende Person legt diese Hand auf den Rücken. Sobald eine Person beide Hände verloren hat, scheidet sie aus dem Spiel aus. Das Spiel endet, wenn zwei Sieger*innen übrig bleiben.

Dieses Zählspiel verbindet Bewegung, Konzentration und Zahlenverständnis und eignet sich besonders gut für kurze Bewegungspausen im Klassenzimmer sowie als ruhiger Einstieg oder Abschluss einer Unterrichtseinheit. Das Spiel kann vom Platz aus durchgeführt werden und benötigt kein zusätzliches Material.
Ziel ist es, dass die gesamte Klasse gemeinsam laut bis 20 zählt. Mit jeder Runde wird das Spiel um eine zusätzliche Bewegungsregel erweitert, die bei bestimmten Zahlen ausgeführt werden muss. Die Regeln aus den vorherigen Runden bleiben dabei bestehen, sodass die Anforderung Schritt für Schritt steigt.
Es empfiehlt sich, das Spiel schrittweise aufzubauen und zunächst mit wenigen Regeln zu beginnen. Je sicherer die Klasse wird, desto mehr Bewegungsregeln können ergänzt werden.
Treffen bei einer Zahl mehrere Regeln zu, werden die entsprechenden Bewegungen nacheinander ausgeführt.
Durch das gemeinsame Zählen und die zunehmende Anzahl an Bewegungsregeln werden mehrere Fähigkeiten gleichzeitig gefördert, darunter Reaktionsfähigkeit, Kopplungsfähigkeit, Merkfähigkeit sowie das Zahlenverständnis. Zusätzlich eignet sich das Zählspiel prima als Mathematikspiel, um beispielsweise Malreihen spielerisch zu festigen. Gleichzeitig entsteht eine ruhige, klar strukturierte Bewegungsform, die sich problemlos in den Unterricht integrieren lässt.

Das Zählspiel eignet sich besonders gut für heterogene Gruppen, da alle gemeinsam agieren und Fehler keinen negativen Einfluss auf den Spielfluss haben. Durch die klare Struktur und den spielerischen Zugang lassen sich Zahlenverständnis, Aufmerksamkeit und Bewegung gut miteinander verbinden. Je mehr Zahlen mit Bewegungen verknüpft werden, desto höher wird die koordinative Anforderung, ohne dass der spielerische Charakter verloren geht.

Bei unseren betreuten Aktivtage können diese und viele weitere Spiele gemeinsam mit uns erlebt werden. Drei Tage voller Bewegung, Abwechslung und gemeinsamer Aktivitäten bieten Raum für neue Erfahrungen, Erlebnisse und Spaß. Begleitet werden die Aktivtage von unserem pädagogisch geschulten Team, das für einen sicheren Rahmen und eine altersgerechte Umsetzung sorgt.
