Teambuilding für Schulklassen – Klassengemeinschaft stärken

In diesem Blogbeitrag geht es um eines unserer Kerngeschäfte. Heute spreche ich über Teambuilding für Schulklassen.

Ein Blogbeitrag von Christoph Gravogl

Teambuilding für Schulklassen ist mehr als ein paar gemeinsame Spiele. Es kann eine Grundlage dafür schaffen, dass Schüler*innen einander besser kennenlernen, Konflikte konstruktiver ansprechen und sich als Klasse sicherer fühlen.

Warum ich davon überzeugt bin, hat auch mit meiner eigenen Schulzeit zu tun.

Warum ich im Teambuilding Bereich arbeite?

Ich selbst habe fünf Jahre die Europa-Handelsakademie in St. Pölten besucht. Dort durften wir in der ersten Klasse für eine Woche Segeln in den Niederlanden. Damals war mir noch nicht wirklich bewusst, welche fantastische Grundlage hier für unsere Klassengemeinschaft gelegt wurde. Aus heutiger Sicht glaube ich, dass diese Reise ein Grund ist, warum mich mein Lebensweg in den Bereich Teambuilding und Teamentwicklung gebracht hat.

Zurück zum Segeln. Diese Woche war sehr intensiv. Vor dieser Woche kannte ich meine Klassenkolleg*innen kaum bis gar nicht. Während dieser Woche habe ich diese Menschen wirklich kennengelernt: ihren Humor, ihre Stärken und natürlich auch ihre Schwächen, ihren Charakter. Es war eine Zeit mit vielen Erlebnissen, die uns für die nächsten fünf Jahre und darüber hinaus verbunden hat.

Ich bleibe hier sehr persönlich und möchte anhand meines eigenen Lebenswegs zeigen, warum Teambuilding im Kontext Schule so bereichernd sein kann.

Schon in der ersten Klasse war klar: Ich werde mir in dieser Schule sicherlich nicht leicht tun. Während viele meiner Kolleg*innen problemlos die Schularbeiten mit guten Noten geschafft haben, hatte ich selbst Schwierigkeiten. Drei Nicht genügend in den ersten drei Deutsch-Schularbeiten. Das machte mich nervös. Denn eines war für mich zu diesem Zeitpunkt bereits klar: Ich möchte diese Klasse nicht verlassen.

Trotz meiner Schwierigkeiten, die Schulstufe positiv abzuschließen, ging ich sehr gerne in die Schule. Ich freute mich auf die Menschen dort und ich hatte das Gefühl, diese freuten sich auch auf mich.

Diese gute Klassengemeinschaft motivierte mich enorm, mich anzustrengen. Die Bücher im Deutschunterricht wirklich zu lesen. Mich aktiv in den Unterricht einzubringen. Mein Kulturportfolio ernsthaft zu gestalten und so durch meine Mitarbeit voranzukommen.

Unsere Klasse war ein Team. Wir haben uns gegenseitig unterstützt. Es war eine Mischung aus Spaß, Wertschätzung, aber auch einer gewissen Offenheit gegenüber Kritik. Kritik auszusprechen, aber auch anzunehmen.

Was möchten wir mit Teambuilding für Schulen erreichen?

Mit Teambuilding für Schulklassen möchten wir erreichen, dass Schüler*innen:

  • sich als Teil ihrer Klasse fühlen
  • sich im Schulalltag und in besonderen Situationen wohler fühlen
  • bei Bedarf Dinge in der Klasse ansprechen können
  • einander zuhören können
  • sich in andere Personen hineinversetzen können
  • verstehen, dass es in Ordnung ist, jemanden auch nicht zu mögen
  • verstehen, dass es nicht in Ordnung ist, deswegen jemanden schlecht zu behandeln
  • sich selbst reflektieren können
  • das Verhalten anderer Personen besser einordnen können
  • Spaß miteinander haben können
  • Grenzen erkennen
  • Grenzen respektieren
  • einander respektieren
  • und vieles mehr.

Das ist einiges, was wir hier erreichen möchten. Und klar ist auch: Jede Schulklasse ist unterschiedlich. Kein Teambuilding der Welt kann jedes Problem einer Klasse lösen.

Nur die Schulklasse selbst kann sich wirklich helfen. Wir möchten mit unseren Konzepten, unseren Ideen und einer Kommunikation auf Augenhöhe versuchen, der Klasse eine Basis mitzugeben. Eine Basis, um in Zukunft diesen genannten Idealen näherzukommen.

Was kann sich in drei Tagen Teambuilding verändern?

Alles und nichts. Zumindest kann es sich so anfühlen. Oft sehen wir Veränderungen nicht sofort. Sie kennen das womöglich aus eigenen Beziehungen. Ich liebe es, mit Beispielen Verständnis zu schaffen.

Laura

Laura meldet sich bei Fragen sofort. Ihre Antworten werden von den Erwachsenen oft geschätzt. Gleichzeitig ruft sie manchmal heraus und nimmt dadurch anderen die Möglichkeit, sich einzubringen. Sie hat viele Ideen und möchte diese auch umsetzen.

Während des Teambuildings spricht die Klasse in einer moderierten Reflexion darüber, was für ein gelingendes Miteinander wichtig ist. Einige Schüler*innen sagen, dass sie sich wünschen, dass weniger herausgerufen wird, weil sie sonst selbst nicht zu Wort kommen.

Es werden keine Namen genannt und keine Anschuldigungen gemacht. Trotzdem wird klar ausgesprochen, was stört und was helfen würde.

Laura hört dadurch vielleicht zum ersten Mal bewusst, dass ihr Verhalten andere beeinflusst. Sie möchte niemanden nerven. In den nächsten Tagen versucht sie, sich etwas zurückzunehmen, mehr zu beobachten und ihre Neugierde bewusster einzusetzen.

In drei Tagen kam Laura zu einer Erkenntnis. Die Klasse hat ihr Rückmeldung gegeben, ohne sie bloßzustellen. Laura hat etwas über sich selbst gelernt. Die Klasse hat etwas über ihr gemeinsames Miteinander gelernt.

 

Wie schaffen wir es, dass die Klasse sich entwickelt?

Unsere Teambuildings sind handlungsorientiert. Das bedeutet, dass wir mit der Klasse Methoden durchführen, die sie ins Tun bringen.

Die Schüler*innen bauen etwas, machen eine Choreografie, werden vor Herausforderungen gestellt, spielen Theater, reden miteinander oder erschaffen gemeinsam ein Kunstwerk.

In diesem Tun sehen wir die Dynamiken der Klasse.

Manchmal wird geschimpft, gestritten, beleidigt und nicht zugehört. Manchmal wird geholfen, miteinander gelacht, diskutiert und einander gehalten.

Diese Dynamiken greifen wir in Reflexionen auf. Wir betrachten sie gemeinsam mit der Klasse, hören genau zu, fassen Gesagtes zusammen und halten Erkenntnisse fest. Dabei erinnern wir das werdende Team auch an seine eigenen Vorsätze.

Wichtig sind uns dabei Kommunikation auf Augenhöhe und echtes Interesse an den jungen Menschen.

Wir möchten Momente schaffen, die sich an den Idealen der Schüler*innen orientieren. Auch dann, wenn diese Ideale nicht erreicht werden. Gerade dort lohnt sich der gemeinsame Blick darauf, warum etwas nicht gelungen ist.

Im geschriebenen Wort klingt das vielleicht komplexer, als es vor Ort aussieht. Und das ist gut so. Denn wir möchten niederschwellig mit Schulklassen arbeiten. Das, was wir tun und sagen, soll verständlich sein.

Die Lehrpersonen beobachten zu großen Teilen. Sie erhalten die Möglichkeit, ihre Klasse von außen zu betrachten. Sie sehen, was gut funktioniert, wo die Klasse in den Widerstand geht und wie Trainer*innen mit diesen Situationen arbeiten.

Auch der Austausch zwischen Lehrpersonen und Trainer*innen ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit.

Was ist Teambuilding?

Teambuilding ist Beziehung. Es sind viele einzelne Menschen, die aufeinandertreffen. Die aneinandergeraten. Die manchmal ins Chaos stürzen und wieder in eine neue Ordnung zurückkehren. Teambuilding ist Herausforderung. Es ist Arbeit. Es ist Lernen. Es ist Erfahrung. Verständnis. Respekt.

Was bietet die Teamkiste konkret an?

Für 5. Schulstufen empfehlen wir unsere Kennenlerntage. Dabei wird eine wichtige Basis gelegt. Schüler*innen lernen ihre Namen, erfahren mehr voneinander, werden durchgemischt und vereinbaren miteinander Regeln. Diese Regeln kommen von ihnen selbst.

Wir schaffen hier gemeinsame Erlebnisse und somit gemeinsame Erinnerungen. Das gibt der Klasse einen gemeinsamen Boden, auf dem sie stehen kann.

Die Kennenlerntage gibt es für Wiener Schulen auch im Format Kennenlerntage VOrt. Hier findet das Projekt in einem Park in Wien statt.

Ab dem Sommersemester der 5. Schulstufe bieten wir unsere Teamtage an. Bei Teamtagen arbeiten nur Trainer*innen, die eine spezielle Ausbildung in diesem Bereich mitbringen. Unser Anspruch ist, dass diese Personen Outdoortrainer*innen, Outdoorpädagog*innen oder auch IOA-Trainer*innen sind.

Das ist auch der Grund, warum unsere Teamtage etwas teurer sind als unsere restlichen pädagogischen Projekttage. Teamtage haben kein bestimmtes Thema vorab. Sie verlangen von den Trainer*innen große Flexibilität und besonders viel Feingefühl, gerade wenn es um heikle Themen geht.

Die Teamtage gibt es, wie auch die Kennenlerntage, in einer VOrt-Variante für Wiener Schulen.

Teambuilding für Schulklassen ist kein Wundermittel. Aber es kann eine wichtige Grundlage schaffen. Für mehr Vertrauen. Für mehr Verständnis. Für mehr gemeinsame Verantwortung. Und manchmal auch dafür, dass Schüler*innen einfach lieber in ihre Klasse gehen.

Hier gehts zu den: 

Kennenlerntagen

Teamtagen

 

*Hinweis: Die Bilder in diesem Blogbeitrag wurden mithilfe von generativer KI erstellt. 

 

Write comment

* These fields are required